Platte und Gestell getrennt zu kaufen hat einen Vorteil und eine Hürde. Der Vorteil: Sie bekommen genau die Kombination, die Sie wollen. Die Hürde: Sie müssen selbst entscheiden, was zusammenpasst. Diese Anleitung nimmt die Entscheidung in vier Schritten auseinander.
Schritt 1: Die Plattenlänge bestimmt die Bauart des Gestells
Das ist die wichtigste Regel, und sie hat nichts mit Geschmack zu tun, sondern mit Statik. Eine Massivholzplatte gibt zwischen den Auflagepunkten nach, wenn der Abstand zu groß wird.
- Bis 180 cm: Ein Paar Wangengestelle genügt — U-Form, X-Form, Trapez oder eine Rundrohr-Variante. Alles funktioniert.
- 180 bis 220 cm: Gestelle mit unterer Quersprosse sind hier im Vorteil, weil sie sich nicht gegeneinander verwinden können. Alternativ ein großes Mittelfuß-Gestell.
- Über 220 cm: Ein Gestell mit durchgehender Traverse. Zwei einzelne Wangen ohne Verbindung lassen eine lange Platte in der Mitte arbeiten.
Die Plattenstärke verschiebt diese Grenzen: 40 mm tragen weiter als 30 mm. Eine 30-mm-Platte über 200 cm braucht in jedem Fall Unterstützung in der Mitte.
Schritt 2: Die Form der Platte bestimmt, ob Beine oder Mittelfuß
Bei runden und ovalen Platten sitzt mit vier Beinen fast immer jemand am Bein. Der Grund ist einfach: Bei einer runden Platte verteilen sich die Plätze gleichmäßig über den Umfang, die Beine stehen aber an vier festen Punkten.
- Rund und oval: Mittelfuß. Die Last wird zentral abgetragen, die Sitzordnung ist frei.
- Rechteckig, feste Sitzordnung: Wangengestelle links und rechts.
- Rechteckig, wechselnde Nutzung: Ein langes Mittelfuß-Gestell gibt mehr Freiheit, wo Stühle stehen können.
Schritt 3: Der Überstand — 10 bis 15 cm an jeder Seite
Das Gestell soll nicht bündig mit der Plattenkante abschließen, aber auch nicht zu weit innen stehen. Der Richtwert ist ein Überstand von 10 bis 15 cm auf jeder Seite.
Zu weit innen bedeutet: Der Tisch kippt, sobald sich jemand am Rand aufstützt. Physikalisch ist das keine Frage des Gewichts, sondern des Hebels — je kleiner die Standfläche im Verhältnis zur Plattenfläche, desto leichter kippt der Tisch.
Zu weit außen bedeutet: Man stößt beim Hinsetzen gegen das Gestell, und stirnseitiges Sitzen wird unmöglich.
Bei Mittelfüßen gilt eine eigene Regel: Das Gestell sollte etwa zwei Drittel der Plattenlänge abdecken. Ein zu kleiner Mittelfuß unter einer großen Platte ist der häufigste Grund für einen kippeligen Tisch.
Schritt 4: Die Höhe
Die Standardhöhe für Esstische liegt bei 72 bis 75 cm — gemessen von der Bodenoberkante bis zur Plattenoberfläche, also inklusive Plattenstärke.
Rechnen Sie nach: Gestellhöhe plus Plattenstärke ergibt die Gesamthöhe. Ein 72 cm hohes Gestell mit einer 40 mm starken Platte ergibt 76 cm — schon einen Zentimeter über dem üblichen Bereich. Unsere Gestelle sind so ausgelegt, dass die gängigen Plattenstärken eingerechnet sind.
Wichtig ist auch die Beinfreiheit: Zwischen Sitzfläche des Stuhls und Unterkante der Tischplatte sollten mindestens 25 bis 30 cm liegen. Bei einer Sitzhöhe von 46 cm und einer Tischhöhe von 75 cm bleiben 29 cm — passt. Bei einer sehr starken Platte oder einer Zarge unter der Platte kann es eng werden.
Optik: wann Gestell und Platte harmonieren
Wenn die Statik geklärt ist, bleibt die Gestaltung. Drei Beobachtungen aus der Praxis:
Eine Form pro Tisch dominiert. Eine stark gemaserte, rustikale Platte und ein skulpturales Gestell konkurrieren miteinander. Zu einer ausdrucksstarken Platte passt ein zurückhaltendes Gestell — und umgekehrt.
Profilstärke folgt Plattenstärke. Ein schlankes Rundrohr unter einer 40 mm starken Platte mit Baumkante wirkt unterdimensioniert, selbst wenn es statisch trägt. Umgekehrt erschlägt ein breiter Flachstahl eine leichte 30-mm-Platte.
Runde Kante, rundes Profil. Ovale Platten und gerundete Kanten harmonieren mit Rundrohr-Gestellen; geradlinig geschnittene Platten mit Flachstahl und Vierkant.
Montage
Die Verschraubung erfolgt von unten durch die vorgebohrte Kopfplatte des Gestells in die Platte. Vorgehen:
- Platte mit der Oberseite nach unten auf eine weiche Unterlage legen — eine Decke oder den Verpackungskarton.
- Gestelle auflegen und den Überstand ausmessen. An zwei Stellen messen, damit nichts schief steht.
- Position anzeichnen, vorbohren, verschrauben. Bei Hartholz wie Eiche ist Vorbohren Pflicht, sonst reißt das Holz.
- Zu zweit umdrehen und aufstellen.
Die Schraubenlänge muss zur Plattenstärke passen: Sie darf höchstens zwei Drittel der Stärke eindringen. Bei einer 30-mm-Platte heißt das maximal 20 mm Eindringtiefe.
Häufige Fehler
- Mittelfuß zu klein gewählt. Der häufigste Grund für einen kippeligen Tisch.
- Lange Platte ohne Traverse. Funktioniert am Anfang, zeigt sich nach ein bis zwei Jahren als Durchbiegung.
- Gestell bündig zur Kante. Sieht aufgeräumt aus, macht stirnseitiges Sitzen unmöglich.
- Höhe nicht nachgerechnet. Plattenstärke vergessen, Tisch am Ende zu hoch.
- Ohne Vorbohren geschraubt. Eiche reißt.
Alle unsere Tischgestelle lassen sich mit allen Tischplatten kombinieren. Im Tischkonfigurator sehen Sie jede Kombination mit Gesamtpreis und legen beides in einem Schritt in den Warenkorb.