Industrieparkett ist der robusteste Echtholzboden, den es gibt – und einer der am häufigsten missverstandenen. Der Name stammt aus der Zeit, als dieser Boden in Fabrikhallen verlegt wurde. Heute liegt er in Altbauwohnungen, Ladenlokalen und Restaurants, weil er zwei Dinge gleichzeitig kann: extrem viel aushalten und dabei ausgesprochen gut aussehen.
Wie Industrieparkett aufgebaut ist
Der Unterschied zu klassischem Parkett liegt in der Richtung des Holzes. Bei Stabparkett liegen die Lamellen flach, bei Industrieparkett stehen sie hochkant – daher der Fachbegriff Hochkantlamellenparkett. Sichtbar ist dadurch nicht die Brettfläche, sondern die Schmalseite des Holzes.
Das hat zwei Folgen. Erstens ist die Oberfläche deutlich härter, weil man auf die stehende Faser tritt statt auf die liegende. Zweitens entsteht die typische feinstreifige Optik, die Industrieparkett unverwechselbar macht.
Die einzelnen Lamellen werden zu Riemen zusammengefasst und als geschlossene Fläche vollflächig verklebt. Es handelt sich um Massivholz – kein Furnier, keine Trägerplatte.
10, 16 oder 22 mm – welche Stärke wofür?
Die Stärke bestimmt, wie oft der Boden abgeschliffen und damit wie alt er werden kann.
- 10 mm – die wirtschaftliche Variante für Wohnräume mit normaler Beanspruchung. Lässt sich mehrfach renovieren, kommt mit geringer Aufbauhöhe aus und eignet sich gut, wenn Türen und Anschlusshöhen bereits feststehen.
- 16 mm – der Mittelweg. Deutlich mehr Nutzschicht als die 10-mm-Variante, gleichzeitig noch mit vertretbarer Aufbauhöhe. Für Wohnräume mit hoher Frequenz und kleinere Gewerbeflächen.
- 22 mm – die Ausführung für stark beanspruchte Flächen: Ladenlokale, Gastronomie, Büros, Praxen. Diese Stärke übersteht mehrere Generationen von Schleifzyklen.
Faustregel: Je länger der Boden liegen soll und je mehr Menschen darüber laufen, desto stärker sollte er sein. Für eine Privatwohnung reichen 10 oder 16 mm in aller Regel aus.
Industrieparkett und Fußbodenheizung
Die stehende Faser arbeitet gleichmäßiger als liegendes Holz und leitet Wärme gut. Vollflächig verklebtes Industrieparkett ist deshalb für Fußbodenheizung geeignet. Wichtig sind die üblichen Randbedingungen: der Estrich muss belegreif und ausreichend trocken sein, die Vorlauftemperatur begrenzt, und die Heizung sollte vor der Verlegung nach Aufheizprotokoll gefahren worden sein.
Industrieparkett oder Mosaikparkett?
Beides ist Massivparkett, beides ist dünn im Aufbau – der Unterschied liegt in Optik und Faserrichtung.
- Industrieparkett zeigt die stehende Faser, wirkt feinstreifig, ruhig und modern. Härteste Oberfläche.
- Mosaikparkett zeigt die liegende Faser in geometrischen Mustern – Schachbrett, Parallelverband, Englisches Strick. Klassischer, wohnlicher, mit deutlich mehr gestalterischem Spielraum.
Wer einen Boden sucht, der möglichst viel aushält, nimmt Industrieparkett. Wer ein Muster im Raum haben will, nimmt Mosaikparkett.
Pflege
Nebelfeucht wischen, stehende Nässe vermeiden, einen für Parkett geeigneten Reiniger verwenden. Geölte Oberflächen werden je nach Belastung alle ein bis drei Jahre nachgeölt – das lässt sich partiell machen, ohne den ganzen Raum zu behandeln. Filzgleiter unter Stuhl- und Tischbeinen verhindern die meisten Kratzer.
Passend dazu
Unser Parkett aus Eiche umfasst Industrieparkett in 10, 16 und 22,85 mm sowie Mosaikparkett in drei Verlegemustern. Wenn Sie Boden und Möbel aus demselben Holz planen: Unsere Esstische aus Eiche und Tischplatten stammen aus derselben Holzart.